headerdef
News / 14.12.2011

neue Kurse ab 16.01.2012
Hier mehr Infos
Anmeldung ab sofort möglich
Bilder der Bälle online!

 
Wer ist Online
Aktuell 20 Gäste online
Home arrow Geschichte des Tanzes arrow Merengue
Merengue Drucken E-Mail


Merengue ist ein lateinamerikanische Musikrichtung aus der Dominikanischen Republik, Haiti und Puerto Rico.

Geschichte und Verbreitung

Ursprünglich sollen de „Baiseres“ in dem Schweizer Ort Meiringen erfunden worden sein. Am französischen Hof unter Ludwig XV. waren sie sehr beliebt und wurden „Meringues“ genannt. Französische Kolonialisten brachten sie nach Haiti mit. Warum die Süßspeise aus Eischnee und Zucker der Musik den Namen gab, ist unbekannt. Allerdings entspricht der Name dem Charakter Haitis: Zucker war einer der Hauptexportartikel der Kolonialinsel. Die Ursprünge bleiben im Dunkeln – lange Zeit blieb er auf der Insel unbeachtet. Unter der Landbevölkerung war der Merengue Mitte des 19. Jahrhunderts zu Hause. Die exklusiven Salons der Städte mit ihren Tanzorchestern nahmen ihn dagegen nicht wahr. Das änderte sich schlagartig unter der Ära Rafael Trujillos. Der Diktator entdeckte in den 30er Jahren den Merengue als Propagandamittel und wurde zum großen Förderer der Musik. Er wies die Radiostationen an, die Musik in ihr Programm mit aufzunehmen, er inszenierte prachtvolle Bälle, die er selbst als Tänzer eröffnete, und initialisierte verschiedene Meregnue-Festivals, insbesondere in Santo Domingo. 

Die Entwicklung ließ sich von da an nicht mehr aufhalten: auch nach dem Tod Trujillos 1961 wurde der Merengue geradezu zum nationalen Kulturgut, mit dem sich alle Dominikaner identifizieren. Das berüchtigte „Festival del Merengue“ im Juli in Santo Domingo ist immer noch der wichtigste Musik-Wettbewerb des Merengue, neben den Weihnachtsfeiern im Dezember, dem Merengue-Festival im Puerto Plata im Oktober oder den Karnevalsfeiern in Santo Domingo, La Vega und Santiago de los Caballeros. Das Datum des „Festival del Merengue“ ist mit dem nationalen Feiertag Puerto Ricos abgestimmt, dem 25. Juli. Abgesehen davon, dass die Puerto Ricaner die Verabschiedung ihrer Konstitution mit 4 Feiertagen krönen, in denen sie zum Festival auf die Nachbarinsel reisen können, ist der Merengue in Puerto Rico nicht nur äußerst populär, Puerto Rico hat auch viele sehr bekannte Merengue-Musiker hervorgebracht. Weitere Merengue-Festivals gibt es noch in Miami, wo der Merengue im berühmten „Premio Lo Nuestro“ verschiedene Kategorien einnimmt, sowie in Veneuela. Auf den englischsprachigen Karibikinseln finden sich rhythmische Anklänge im Calypso, der aber aufgrund der kulturellen Verschiedenheiten eine andere Entwicklung nahm.

Musik und Stil

Merengue wird im 2/4-Takt gespielt. Jeder Taktschlag wird durch einen Trommelschlag deutlich betont, was den Rhythmus eingängig und simpel macht. Das Tempo der Stücke variiert von knapp 120 bmp bis knapp 180 bmp.
Die Instrumentierung war ursprünglich ländlich geprägt: Tamboras, Güiras und später im 20. Jahrhundert das Akkordeon. Diese traditionellen Merengue-Combos, die aus nur 2-4 Musikanten bestanden, wurdne auch „perico ripiaos“ genannt. Sie waren mobil und konnten auf Fiestas im hause oder unter freiem Himmel aufspielen. Mit der zunehmenden Beliebtheit auch in den städtischen Tanzsalons und auf dem internationalen Musikmarkt wurden in Merengue-Gruppen auch Piano, Bass, Blechbläser und Saxophone uafgneommen. Im Techno-Zeitalter der Diskotheken vermischte
  sich der Merengue sogar mit Hip-Hop-und House-Elementen, gespielt auf Synthesizern. Die traditionelle Dreiteilung eines Merengue-Liedes (früher Einteilung – Hauptteil – Crecendo) ist auch heute noch zum Teil erhalten geblieben: neben Strophe und Refrain findet sich oft eine Einleitungsphase, die den Tanz vorbereitet und aus einem oft langsam getragenem Rhythmus besteht. Refrains werden oft mehrmals hintereinander wiederholt. Merengues sind meistens Liebeslieder, die Texte beziehen sich auf Frauen, Sehnsucht, enttäuschte Liebe, usw. Grundsätzlich können die Themen aber aus dem gesamten Alltag gewonnen werden, vorgetragen mit viel lateinamerikanischen Witz und manchmal auch mit sozialkritischen Untertönen.

Der Ursprung des Tanzes wird oft mit irgendwelchen Piratengeschichten in Verbindung gebracht. Die Insel hatte im 17. Jahrhundert unter Angriffen von Seeräubern und Freibeutern zu leiden, die mit ihren „Klumpfüßen“ den Tanz geprägt haben sollen. Wahrscheinlicher ist, dass 1838 – 49 ein Tanz aus Havanna, genannt „Urpa“ oder „Upa Habanera“ über Puerto Rico nach Santo Domingo gelangt ist. Dieser Tanz hatte einen Satz, der „Merengue“ genannt wurde. Im Ganzen lässt sich über die Anfänge des Tanzes aber  nichts Genaues erfahren.
Merengue wird als Paartanz getanzt. Jeder Taktschlag wird gleichmäßig mit einem Schritt nach vorne, hinten oder zur Seite getanzt. Charakteristisch für den Tanzstil ist bei jedem Schritt eine markante Hüfbewegung. Dadurch erhält der Tanz eine stark sinnliche Komponente. Unterstützt wird dies durch eine sehr körperbetonte Tanzeweise – eine offene Tanzhaltung ist eher die Ausnahme. Eine wichtige Rolle spielen bei den Drehungen die arme,welche einzelne, sehr aufwändige Figuren und Kombinationen erzeugen (sog. „Wickelfiguren“).